Schaalsee 2018 ... und wie war’s diesmal?

Am Freitag, dem 22.06. erscheinen  alle pünktlich und in freudiger Erwartung auf dem Bootsplatz, einzig Susanne hat eine kleine Sorgenfalte auf der Stirn: Die Wettervorhersage spricht von Regenschauern und orkanartigen Böen: Wie würden wir den Ratzeburger See überqueren können?? Warum ausgerechnet an diesem Wochenende, es war doch sechs Wochen lang sommerlich warm und schön?

Erstmals nach ungefähr 12 Schaalseetouren werden auch von den alten Hasen Cornelia und Susanne Rettungswesten nicht nur eingepackt sondern auch getragen (danke an den LFRG Vorstand, der zum allgemeinen Gebrauch Rettungswesten angeschafft hat!). Und los geht’s noch bei Sonnenschein aber schon heftigem Wind, der uns aber bis Rothenhusen nicht weiter stört.
Nach kurzer Pause und Stärkung müssen  wir hart unter Land am Westufer des Ratzeburger Sees entlang rudern: Es hat in der Tat etwas abenteuerliches:


Am Himmel toben dunkle Wolken, die Wellen schaukeln uns hin und her und es spritzt von oben und von unten. Im Froschkönig fühlt sich der harte Kern der Wilden 13 wie auf einer einsamen Expedition und fantasiert schon, dass Boot und Gepäck langsam auf den Grund des Sees sinken. Aber es passiert nichts und nach gefühlten Stunden taucht endlich der Ratzeburger Dom am Horizont auf und wir landen glücklich am Steg der Ruderakademie.  Dort empfängt uns Esther, die uns als selbsternannter Landdienst auf dem Fahrrad begleitet, außerdem Marijke, Werner, Jörn und Henning, die  an dem Workshop Videoanalyse teilnehmen und bevor sie entspannt zum Essen gehen, doch noch warten, ob wir auch tatsächlich gut ankommen.


Der weitere Verlauf ist wie immer bestens, glücklicherweise liegen unsere vielfältigen Köstlichkeiten nicht auf dem Grund des Sees. Wettertechnisch ändert sich leider bis zum nächsten Morgen nichts. Ute H. hat von der Vogalonga in Venedig die gute Idee mitgebracht, die Ausleger und den Raum zwischen den Auslegern als Spritzschutz mit breitem Tesaband abzukleben, was sofort in die Tat umgesetzt wird. Die Boote haben jetzt ein Spiderman ähnliches Aussehen, aber wir sind, was eindringendes Wasser zumindest von den Seiten betrifft, geschützt.


Wir schaukeln im großen Bogen auf den See, passieren im günstigsten Winkel die Engstelle vor der Fischräucherei um auf den Küchensee zu gelangen, erreichen trocken die Farchauer Mühle, und keuchen mit den Booten über die Straße  zum Schaalseekanal, (der Reifen von dem Bootswagen ist immer noch platt) wo das extreme Niedrigwasser im Kanal die nächste Herausforderung für das Einsetzen der Boote ist.


Dann ist Entspannung angesagt. Tatsächlich ist die Natur und die Ruhe auch ohne Sonne (oder vielleicht grade deshalb?) immer wieder anders und immer wieder überwältigend.
Das Gerücht, der Baumstamm, der uns die Einfahrt in den Schaalsee sonst schwermacht sei „wech“ ist tatsächlich kein Gerücht: Wir gleiten leichthändig  auf den Schaalsee, erreichen ohne wesentlichen Sturm oder Wellen (oder merken wir das nicht mehr nach dem Ratzeburger See am Freitag?) Seedorf  und finden uns zwischen den Teilnehmern verschiedener Kaffeefahrten bei leckerem Kuchen (und immer noch in unsere Rettungswesten gekleidet) wieder.

 

Der Himmel bleibt grau und feucht, aber wir sind bestens gelaunt als wir nach (fast) komplikationsloser Fahrt in der Farchauer Mühle zum Abendessen ankommen: Maren vermisst beim Verlassen des Schaalseekanals ihre Brille, entdeckt sie zum Glück dicht am Ufer auf dem Grund des Wassers (wozu braucht sie eigentlich eine Brille, wenn sie so gut sehen kann ?) und kann sie mit dem Peekhaken herausfischen: Grade noch mal gut gegangen!

 

Während wir lecker essen erfahren wir, das Svea bei den Deutschen Meisterschaften in Köln im Vierer die Bronzemedaille gewonnen hat und dass es im WM Spiel Deutschland gegen Schweden 1:1 steht. Wir brechen auf, erstmals hier für uns versteckt sich der Sonnenuntergang hinter einer dichten Wolkendecke und erreichen die Ruderakademie fast gleichzeitig mit dem Tor, welches Deutschland vor dem „WM-Aus“ schon in der Vorrunde bewahrt. Leider müssen wir den Sieg allein begießen, da alle anderen schon schlafen.


Am nächsten Morgen ist der Himmel immer noch grau, aber freundlich grau, der Wind hat nachgelassen und so erreichen wir zügig zur letzten Rast Absalonshorst und dann das heimatliche Bootshaus.

 

Es war wieder eine tolle Tour. Danke an Susanne für Organisation und Planung und an Esther, die obwohl sie nicht rudern konnte,  dabei war und auch immer wie ein rettender Engel auftauchte, wenn eine helfende Hand an Land gebraucht wurde.

Unser Fazit diesmal:
Egal welches Wetter: wir schaffen das!!

Selten so gelacht

 

Glückwünsche an Svea für die Silbermedaille im Achter bei den DM, damit konnte sie sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren.

Für Insider: Ab sofort gehen wir nur noch mit Rettungswesten aufs Klo

Viola Wagner für (in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge)
Ute und Ute, Susanne, Sibylle, Maren, Esther und Cornelia